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Wie wird der laufende/tatsächliche Zuverdienst berechnet?


Für die folgenden Berechnungen gilt, dass der Zuverdienst für jedes Kalenderjahr gesondert zu ermitteln ist. Es kann somit – je nach gewählter Bezugsdauer – zu mehreren zu prüfenden Kalenderjahren kommen.

Wird für zwei Kinder im selben Kalenderjahr (hintereinander) Kinderbetreuungsgeld bezogen, sind zwei getrennte Berechnungen durchzuführen.

a) Berechnung für Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit

Erster Schritt:
Zunächst ist die Anzahl jener Kalendermonate eines Kalenderjahres, in denen Kinderbetreuungsgeld bezogen wird, festzustellen (= Anspruchsmonate).

Wird nicht an allen Tagen eines Kalendermonats Kinderbetreuungsgeld bezogen, so zählt dieser Monat nicht als Anspruchsmonat.

Zweiter Schritt:

Für jeden Anspruchsmonat ist die Lohnsteuerbemessungsgrundlage (ohne Sonderzahlungen) zu ermitteln. Diese Beträge sind in der Folge zusammenzurechnen.

Die Höhe der Lohnsteuerbemessungsgrundlage sollte aus der Lohn- oder Gehaltsabrechnung ersichtlich sein, kann aber auch beim Dienstgeber erfragt werden.

Dritter Schritt:
Dieser Gesamtbetrag (Summe der Lohnsteuerbemessungsgrundlagen) wird durch die Anzahl der Anspruchsmonate dividiert und mit 12 multipliziert. Davon werden die Werbungskosten - zumindest die Werbungskostenpauschale (dzt. € 132,00 ) in Abzug gebracht. Danach wird dieser Betrag um 30 % erhöht (bei Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe um 15 %). Dadurch erfolgt eine pauschale Anrechnung der Sonderzahlungen und der Sozialversicherungsbeiträge.

Liegt der Endbetrag unter € 16.200,00  oder unter der höheren, individuellen Zuverdienstgrenze, ist der Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld gegeben, wenn keine anderen Einkünfte vorliegen.

b) Berechnung für alle anderen Einkünfte

Der Jahresgewinn (Ermittlung des Gewinns erfolgt nach dem Einkommenssteuergesetz 1988) wird um 30 Prozent erhöht. Bei Geburten bis 31.12.2011 werden dem Jahresgewinn die in dem Kalenderjahr vorgeschriebenen Sozialversicherungsbeiträge hinzugerechnet.

Liegt der so ermittelte Betrag unter € 16.200,00 bzw. unter der individuellen Zuverdienstgrenze, ist der Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld gegeben, wenn keine anderen Einkünfte vorliegen.

Wird nicht das ganze Kalenderjahr Kinderbetreuungsgeld bezogen und werden mittels Zwischenbilanz oder –abrechnung die Einkünfte im Anspruchszeitraum bis zum Ablauf des 2. auf das Bezugsjahr folgenden Kalenderjahres nachgewiesen, erfolgt die Berechnung so:

Der Gewinn im Anspruchszeitraum wird durch die Anzahl der Kinderbetreuungsgeld-Bezugsmonate dividiert und mit 12 multipliziert und um 30 Prozent erhöht.

Liegt der so ermittelte Betrag unter € 16.200,00 bzw. unter der individuellen Zuverdienstgrenze, ist der Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld gegeben, wenn keine anderen Einkünfte vorliegen.

Liegen verschiedene Einkunftsarten vor, sind zunächst für jede Einkunftsart Teilergebnisse nach Variante a oder b zu ermitteln und dann zusammenzuzählen. Der Gesamtbetrag darf die Zuverdienstgrenze von € 16.200,00  bzw. die individuelle Zuverdienstgrenze nicht übersteigen.

Zuletzt aktualisiert am 11. März 2015