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Unstoppable Public Health – Denken über Grenzen hinweg

Foto: NÖGKK

Unstoppable Public Health – Denken über Grenzen hinweg

Das diesjährige Motto „Unstoppable Public Health – Denken über Grenzen hinweg“ entstand aus der Überlegung heraus, dass es nach wie vor Grenzen gibt, die überwunden werden müssen, damit wissenschaftlich fundierte Public Health erfolgreich sein kann. So gibt es etwa geographische Grenzen an den Rändern mancher österreichischer Bundesländer bzw. innerhalb Europas, an denen auch Health Policy und Gesundheitsplanung sowie in der Folge Gesundheit selbst an ihre Grenzen stößt. Andere Grenzen entstehen durch Ideologien, Professionen und Stände, politische Färbungen, konkurrierende Universitäten, Hochschulen und Public Health-Schulen in Forschung und Lehre sowie verschiedene Public Health Sozialisierungen. „Health in All Policies“ setzt voraus, dass über diese Grenzen hinweg vor- und nachgedacht wird. Nur so können vernünftige Entscheidungen in Richtung mehr Gesundheit der Bevölkerung getroffen werden.

Grenzen haben den Zweck, das Eine vom Anderen zu trennen. Grenzen werden verteidigt, wenn nötig mit Gewalt. Grenzen sind stark mit Ängsten verbunden, sie entstehen aus der Angst vor dem Fremden, dem Andersartigem, der Einmischung von außen oder sich mit Neuem auseinandersetzen zu müssen. Ängste sind nie rational, vernünftig, und somit darf auch die Rationalität von Grenzen hinterfragt werden.

Wissenschaft lebt gerade davon, sich mit Neuem zu beschäftigen, frei von Ängsten vernünftig zu agieren und somit über Grenzen hinweg zu denken. Deshalb ist es an der Zeit für unsere wissenschaftliche Fachgesellschaft sich dem Thema anzunehmen und zu überlegen, wie die Gesundheit störende Grenzen überwunden werden können.  

Gesundheit selbst stößt häufig an Grenzen, wenn Menschen aufgrund ihres Geschlechts, ihres Alters, ihrer Wohnregion, ihres sozio-ökonomischen Status, ihrer sexuellen Orientierung, Religion oder Ethnie benachteiligt werden. Auch diese Grenzen müssen im Sinne von „Health For All“ überwunden werden.

Ziel der 18. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Public Health war es, für die Österreichische Public Health Community wieder ein breites Forum zu schaffen. In den Bereichen Forschung, Lehre, Praxis und Policy Arbeitende konnten zwei Tage den Austausch pflegen, voneinander lernen, Forschungsergebnisse präsentieren und diskutieren sowie gemeinsam über die Zukunft uneingeengt nachdenken.

Den rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurden 123 Präsentationen in 15 Parallelsitzungen und 6 Postersessions geboten. Für den internationalen Rahmen sorgten im Plenum Prof. Martin McKee (London School of Hygiene and Tropical Medicine, President of the European Public Health Association, London, UK) mit dem Referat „Thinking beyound boundaries“ und Assoc. Prof. Ellenor Mittendorfer-Rutz (Karolinska Institut, Abteilung Versicherungsmedizin, Stockholm, Schweden) mit dem Vortrag „Sozialversicherung und Public Health aus europäischer Sicht“.

Foto: NÖGKK v.l.n.r.: Assoc. Prof., Priv.-Doz., Dr. Thomas Dorner, MPH (Präsident der ÖGPH), Mag. Barbara Gravogl, MPH (NÖGKK), Ing. Maurice Androsch (nö. Landesrat für Gesundheit), Priv. Doz . Dr. Pamela Rendi-Wagner, MSc , DTM&H (Sektionsleiterin im Bundesministerium für Gesundheit), Prof. Martin McKee (President of the European Public Health Association, London, UK), Mag. Sonrid Winter (NÖGKK), KR Michael Pap (Obmann-Stv. der NÖGKK)


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Zuletzt aktualisiert am 03. Juni 2015