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Wiedereingliederungsgeld


Für Menschen, die in Beschäftigung stehen und für längere Zeit physisch oder psychisch erkrankt sind, besteht ab 1. Juli 2017 die Möglichkeit, mit dem Arbeitgeber/der Arbeitgeberin eine Wiedereingliederungsteilzeit zu vereinbaren. Zur Erleichterung der Wiedereingliederung in den Arbeitsalltag können Arbeitnehmer/innen nach langer Krankheit nunmehr ihre Arbeitszeit vorläufig herabsetzen und somit schrittweise in den Arbeitsprozess zurückkehren.

Zur finanziellen und sozialversicherungsrechtlichen Absicherung der betroffenen Personen sind gesetzliche Begleitmaßnahmen vorgesehen. Den Arbeitnehmern/innen steht neben dem entsprechend der Arbeitszeitreduktion gebührenden Entgelt aus der Teilzeitbeschäftigung ein Anspruch auf Wiedereingliederungsgeld aus Mitteln der Krankenversicherung zu. 

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Voraussetzungen

  • Mindestens 3-monatiges Dienstverhältnis
  • Mindestens 6-wöchiger, durchgehender Krankenstand
  • Schriftliche Vereinbarung von Dienstgeber und Dienstnehmer („Wiedereingliederungsplan“: Beginn, Dauer und Ausmaß der Beschäftigung)
  • Beratungen durch „fit2work“ oder medizinische Stellungnahme durch den arbeitsmedizinischen Dienst
  • Aufrechtes Dienstverhältnis, keine Änderung des Dienstvertrages
  • Ärztliche Bestätigung über die wiedererlangte Arbeitsfähigkeit
  • Das reduzierte Gehalt muss über der Geringfügigkeitsgrenze liegen (2019: EUR 446,81)
  • Die reduzierte Wochenarbeitszeit beträgt mindestens zwölf Stunden
  • Die Wiedereingliederungsteilzeit muss spätestens einen Monat nach dem Ende der zumindest sechswöchigen Arbeitsunfähigkeit angetreten werden 
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Wie viele Stunden kann man reduzieren?

Die Reduktion der Arbeitszeit muss grundsätzlich mindestens 25 %, maximal 50 % betragen. Die wöchentliche Arbeitszeit muss mindestens zwölf Stunden betragen.

Für arbeitsrechtliche Fragen wenden Sie sich bitte an die Arbeiterkammer.

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Wiedereingliederungsgeld

Das Wiedereingliederungsgeld gebührt als teilweiser Ersatz für jenes Einkommen, das durch die Reduzierung der Arbeitszeit wegfällt. 

Als Berechnungsgrundlage wird das dem Arbeitnehmer/der Arbeitnehmerin jeweils zustehende erhöhte Krankengeld herangezogen; dies entspricht 60 % der Bemessungsgrundlage, welche in der Regel das Entgelt (inklusive anteiliger Berücksichtigung der Sonderzahlungen) darstellt.

Das Wiedereingliederungsgeld gebührt dann anteilig, und zwar entsprechend der vereinbarten wöchentlichen Normalarbeitszeit.

Ausbezahlt wird das Wiedereingliederungsgeld für die vereinbarte Dauer, mindestens einen Monat, maximal sechs Monate lang. Eine einmalige Verlängerung um maximal drei weitere Monate ist möglich. 

Die Auszahlung erfolgt alle 28 Tage im Nachhinein.


Berechnungsbeispiel:

Ein Dienstnehmer mit einem monatlichen Einkommen von EUR 2.000,00, welcher seit 5 Jahren beim gleichen Dienstgeber beschäftigt ist, wurde nach einem siebenwöchigen ununterbrochenen Krankenstand wieder arbeitsfähig gemeldet. Der Dienstnehmer vereinbart mit dem Dienstgeber im Zuge der Wiedereingliederungsteilzeit eine wöchentliche Arbeitszeit im Ausmaß von 30 Stunden. Das entspricht in diesem Fall bei einer Normalarbeitszeit von 40 Wochenstunden, eine Arbeitszeitreduktion von 25 %.

Beitragsgrundlage
2.000,00
Tageswert (1/30)

66,66
Berücksichtigung der Sonderzahlungen (Zuschlag 17 %)

11,33
Bemessungsgrundlage
77,99
60 % der Bemessungsgrundlage

46,79
täglicher Wiedereingliederungsgeldanspruch (25 %)

11,69

Der Dienstnehmer erhält somit zusätzlich zu seinem reduzierten Entgelt ein Wiedereingliederungsgeld in der Höhe von EUR 11,69 pro Tag für die Dauer der Wiedereingliederungsteilzeit.

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Beantragung des Wiedereingliederungsgeldes

Die Wiedereingliederungsvereinbarung, der Wiedereingliederungsplan und allfällige medizinische Unterlagen sind per Post, Fax oder E-Mail an die NÖGKK zu übermitteln. 

Zuletzt aktualisiert am 28. August 2018