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Nächster Meilenstein für Primärversorgung in Niederösterreich erreicht

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Die Stärkung der Primärversorgung nach internationalem Vorbild in Österreich ist ein zentrales Anliegen der Gesundheitsreform. Ziel der Primärversorgung ist die Schaffung einer zentralen allgemeinmedizinischen Anlaufstelle für die gesundheitlichen Anliegen und Probleme der Bevölkerung.

Auf Basis dieser definierten Ziele wurden zwischen Kammer und Kasse in einem ersten Schritt konkrete Anforderungen an Pilot-Primärversorgungszentren (ein Standort) sowie Regelungen zum Auswahlverfahren und zur Honorierung in einem sogenannten „Basispapier“ festgelegt.

Da in den letzten Monaten die ersten Pilotprojekte erfolgreich gestartet sind und aufgrund zahlreicher Anfragen hinsichtlich der Errichtung von Primärversorgungseinrichtungen in Form von Netzwerken (mehrere Standorte), haben Kammer und Kasse nunmehr Adaptierungen des Basispapiers hinsichtlich der Anforderungen für Netzwerke erarbeitet.

Auf Basis des in NÖ geltenden Gesamtvertrages, Gruppenpraxen-Gesamtvertrages und des erweiterten Basispapiers starten wir nun eine neue Runde der Interessentensuche um weitere Pilotprojekte, sowohl in Form von Zentren (Gruppenpraxis) als auch in Form von Netzwerken (Gruppenpraxis oder Verein), umzusetzen.

Alle Nö. Vertragsärzte bzw. Vertragsgruppenpraxen für Allgemeinmedizin werden in den nächsten Tagen mit einem Rundschreiben – und bei Interesse – zur Abgabe einer Bewerbung für die Umsetzung eines Pilotprojekts eingeladen. Nach einem festgelegten Auswahlverfahren sollen neue Pilotprojekte ab Herbst 2019 starten.

Durch die geplante Zusammenarbeit von mindestens drei Ärzten für Allgemeinmedizin, diplomiertem Gesundheits- und Krankenpflegepersonal sowie Ordinationsassistenten wird die PVE ganzjährig an 5 Wochentagen insgesamt mindestens 50 Wochenstunden geöffnet sein. Bei Primärversorgungseinheiten in Form von Netzwerken haben die Netzwerkpartner ihre Ordinationszeiten dahingehend abzustimmen, dass die geforderten Mindestöffnungszeiten für die Primärversorgungseinheit eingehalten werden, wodurch vor Ort vor allem eine stark verbesserte Abdeckung von Tagesrandzeiten und damit einhergehend eine Entlastung der Spitalsambulanzen angestrebt wird.

Durch die verpflichtenden Kooperationen mit nicht-ärztlichen Berufsgruppen (z.B. Physiotherapeut, Logopäde, Sozialarbeiter) sowie das erweiterte Leistungsspektrum der PVE wird der gesamte patientenzentrierte Prozess von der Diagnose über die Therapie bis hin zur Genesung optimiert. Zudem wird der Patient bei seinen Wegen zwischen den einzelnen Gesundheitsdienstanbietern auch bestmöglich unterstützt, wobei beispielsweise die Terminvereinbarungen mit den nicht-ärztlichen Berufsgruppen seitens der PVE koordiniert angeboten werden und an jedem Netzwerkstandort möglich sind.

Nähere Informationen zum Thema Primärversorgung finden Sie hier

Zuletzt aktualisiert am 09. Dezember 2019