DRUCKEN

Demenz-Service NÖ – ein Pilotprojekt für Betroffene und Angehörige


Das „Demenz-Service NÖ“ ist die Drehscheibe für die Demenzversorgung in Niederösterreich. Hier erhalten Sie zahlreiche Informationen und Angebote zum Thema Demenz – vom Krankheitsbild über rechtliche Aspekte sowie Unterstützungs- und Entlastungsmöglichkeiten bis hin zu vorbeugenden Tipps.


Darüber hinaus dient das „Demenz-Service NÖ“ als Wegweiser im Versorgungssystem. Sowohl von Demenz Betroffene als auch deren Angehörige erhalten Orientierung, um zum richtigen Zeitpunkt das für sie notwendige und zielführende Angebot zu finden. Ziel ist ein patientenorientiertes und flächendeckendes Demenz-Angebot. Bei der NÖGKK werden in den Service-Centern St. Pölten, Krems, Lilienfeld, Klosterneuburg und Tulln Informationssprechstunden zu Demenz abgehalten. In den sogenannten Info-Points Demenz können speziell geschulte Expertinnen und Experten kostenlos und ohne Voranmeldung aufgesucht werden. Die Öffnungszeiten der Info-Points können sie in der beigefügten Liste einsehen.

up

Wissenswertes über Demenz

In Österreich sind derzeit rund 130.000 Menschen an Demenz erkrankt. Demenz ist eine chronische und fortschreitende Erkrankung des Gehirns, die mit einem zunehmenden Verlust der geistigen Fähigkeiten einhergeht. Die häufigste Form einer Demenz ist die Alzheimer-Krankheit. Im Verlauf der Erkrankung kommt es zu einer Verschlechterung der Gedächtnisleistung, des Denkvermögens, der Sprache sowie zu Orientierungsstörungen und Verhaltensauffälligkeiten. Eine Demenzerkrankung ist nicht heilbar.


Der Verlauf einer Demenz kann nicht vorausgesagt werden, jedoch ist die Krankheit immer fortschreitend, nur die Geschwindigkeit der Zustandsveränderung der oder des Betroffenen ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Der Fortschritt der Demenz wird anhand von 3 Schweregraden eingestuft:

Leichte Demenz

  • Komplexe tägliche Aufgaben können nicht (mehr) ausgeführt werden.
  • Die selbstständige Lebensführung (Alltag) wird zwar beeinflusst, ein unabhängiges Leben ist dennoch möglich.
  • Es kommt häufig zu Depressionen, Antriebsmangel, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen.
  • Hilfe ist fallweise notwendig.

Mittelschwere Demenz

  • Einfache Tätigkeiten können selbstständig ausgeführt werden, komplexe Tätigkeiten werden nicht mehr vollständig oder angemessen ausgeführt. 
  • Ein unabhängiges Leben ist nicht mehr möglich. Patientinnen/Patienten sind auf fremde Hilfe angewiesen, eine selbstständige Lebensführung ist noch teilweise möglich.
  • Es kommt zu Unruhe, psychotischen Störungen, aggressiven Verhaltensweisen, Schreien, gestörter Tag-Nacht-Rhythmus, Nesteln. 
  • Hilfe: ist notwendig, jedoch keine ununterbrochene Betreuung oder Beaufsichtigung.

Schwere Demenz

  • Gedankengänge können nicht mehr nachvollziehbar kommuniziert werden.
  • Es ist keine unabhängige, selbstständige Lebensführung möglich.
  • Es kommt zu Unruhe, psychotischen Störungen, aggressiven Verhaltensweisen, Schreien, gestörter Tag-Nacht-Rhythmus, Nesteln (wie mittelschwere Demenz).
  • Dauerhafte Betreuung und Beaufsichtigung sind notwendig.
up


Vorbeugen und Vorsorgen

Es gibt keine Garantie, nicht an Demenz zu erkranken. Überwiegend sind Personen ab dem 65. Lebensjahr betroffen.


Ein gesunder Lebensstil reduziert das Risiko, an Demenz zu erkranken. Risikofaktoren sind Bewegungsmangel, Übergewicht, fettreiche Ernährung, wenige soziale Kontakte, wenige geistig fordernde Tätigkeiten, Diabetes und Bluthochdruck. Demzufolge zielt die Vorbeugung einer Demenz auf einen allgemein gesunden Lebensstil ab. Expertinnen und Experten meinen, dass eine herz- und gefäßschonende Ernährung auch gut für das Gehirn ist. Die Beibehaltung geistiger und körperlicher Aktivitäten, und ein aktives soziales Leben auch im hohen Alter haben nachweislich positiven Einfluss auf das Gedächtnis.

up

Diagnose und Therapie

Eine Demenzerkrankung ist schwer zu diagnostizieren und beginnt meist schleichend. Je früher eine Demenzerkrankung festgestellt wird, desto früher kann dem Verlauf der Krankheit entgegengewirkt werden. Eine frühzeitige ärztliche Diagnose ist wichtig, um das Fortschreiten und die Pflegebedürftigkeit der Patientinnen und Patienten zu verzögern und somit die Lebensqualität der Betroffenen und der Angehörigen zu erhalten.

up

Betreuung und Unterstützung - Hilfe für Betroffene und Angehörige

Der Großteil der Menschen mit Demenz wird zu Hause von Angehörigen betreut. Das bekannte Umfeld in der Familie steigert das Wohlbefinden und die Betroffenen finden Halt und Sicherheit, wenn ihrem Leben weiterhin Struktur gegeben wird.


Es gibt unterschiedlichste Betreuungs- bzw. Unterstützungs- und Entlastungsangebote für Angehörige, wie z.B. die 24-Stunden-Betreuung, Besuchsdienste, Selbsthilfegruppen für Demenzkranke sowie deren An- und Zugehörige oder etwa eine Betreuung und Pflege in Institutionen sowie finanzielle Unterstützungsangebote. Das Demenz-Service NÖ bietet umfangreiche Informationen dazu.


Nähere Informationen erhalten Sie unter: www.demenzservicenoe.at


NÖ Demenz-Hotline 0800 700 300 (erreichbar Montag bis Freitag von 08:00 bis 16:00 h) 

Zuletzt aktualisiert am 10. Januar 2019