DRUCKEN

Top-Ergebnis für Versicherte: NÖGKK legt finale Bilanz und sorgt für Zukunft vor

Logo NÖGKK

Erfolg für NÖ Gebietskrankenkasse: Mehr Leistungen, bessere Versorgung und Rücklage für die Zeit nach der Kassenfusion

Die NÖ Gebietskrankenkasse präsentiert in ihrer letzten Bilanz als eigenständiger Krankenversicherungsträger gleich mehrere positive Nachrichten für ihre Versicherten und ganz Niederösterreich. 2018 gab die NÖGKK um 91 Mio. € mehr für Versicherungsleistungen aus als noch im Jahr zuvor. Trotzdem gelang es der Kasse, ausgeglichen zu bilanzieren.

„Bei dieser Bilanz weiß ich nicht, ob ich mich freuen oder traurig sein soll“, sagt NÖGKK-Obmann Gerhard Hutter. „Den Rechnungsabschluss 2018 sehe ich mit gemischten Gefühlen, denn er hat zwei Seiten. Wie gewohnt präsentiert sich die NÖGKK als stabiles niederösterreichisches Vorzeigeunternehmen, das seinen Versicherten im vergangenen Jahr eine ausgezeichnete landesweite Gesundheitsversorgung garantiert hat. Nach schwierigen Jahren haben wir Ende der Nullerjahre das Ruder herumgerissen, die Kasse saniert und konsequent an einem Ausbau der Leistungen gearbeitet, ohne dass es negative Auswirkungen auf die Bilanz gehabt hätte. So haben wir seit 2009 ausschließlich positive Ergebnisse erzielt. Auf der anderen Seite ist es aber die letzte Bilanz, die die NÖGKK in eigener Verantwortung legen konnte“, bemerkt der Obmann im Hinblick auf die österreichweite Zusammenlegung der Gebietskrankenkassen zur Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK). Das Geschäftsjahr 2018 ergab wie in den Jahren zuvor eine ausgeglichene Gebarung.

„Wir alle in der NÖGKK haben in den vergangenen Jahren unsere Hausaufgaben erledigt. Nun übergeben wir ein außerordentlich gut bestelltes Haus mit fachkundigen, top-motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“, ist Obmann Hutter überzeugt.

Nachhaltige Absicherung: Reformen und mehr Mittel für ärztliche Versorgung

Überall dort, wo Reformbedarf herrschte, habe die Kasse reagiert, betont auch NÖGKK-Generaldirektor Mag. Jan Pazourek. So habe die NÖGKK gerade in den letzten Jahren viel Geld in die Hand genommen und Strukturen nachhaltig abgesichert. Die Etablierung von Primärversorgungseinheiten als Zentren bzw. regionale Netzwerke wird Niederösterreichs Gesundheitsnetz in den kommenden Jahren auf eine völlig neue Qualitätsstufe stellen. Zwischen Oktober 2018 und Jänner 2019 öffneten bereits die ersten drei Primärversorgungseinheiten in Böheimkirchen, St. Pölten-Harland und Schwechat ihre Pforten. Mit dem Land habe man sich darauf geeinigt, die Hausarztversorgung bis 2025 um sieben Prozent auszubauen. „In bestimmten Bereichen wie Niederösterreich Mitte, dem Weinviertel oder der Thermenregion haben wir noch mehr vor“, kündigt Pazourek an. „Dort wird das Plus bei der Allgemeinmedizin sogar acht Prozent betragen. Darüber hinaus haben wir uns für eine Erweiterung bei bestimmten Facharztbereichen ausgesprochen. Darunter sind Psychiatrie und Kinder- und Jugendheilkunde genauso aufgelistet wie zum Beispiel Neurologie. Unser Angebot bei Kinder- und Jugendpsychiatrie wird sich nahezu verdoppeln“, so der NÖGKK-Generaldirektor weiter.

Neue Perspektiven und höhere Honorare: Attraktivierung des Hausarztberufes

Das ist keine singuläre Initiative. Die NÖGKK investierte zuletzt massiv in die hausärztliche und kinderärztliche Versorgung. Pazourek verweist auf zahlreiche Anstrengungen von Kasse und Land, den Hausarztberuf attraktiver zu machen. Von der Ausbildung über die Lehrpraxis bis zu innovativen Zusammenarbeitsformen zur Besserung der Work-Life-Balance im Medizinerberuf reichen die Strategien. „Allein 2018 haben wir um 10,3 Prozent mehr in Allgemeinmedizin investiert als im Jahr zuvor“, so der Generaldirektor.  Auch zuletzt, bei der Absicherung der landesweiten ärztlichen Versorgung an Wochenenden, gab es deutliche Verbesserungen. „All diese Investitionen und Reformschritte waren nicht einfach – aber wir haben es geschafft und sie umgesetzt. Auch die Ärztinnen und Ärzte haben uns dabei unterstützt, indem sie sich an die ökonomische Verschreibweise bei Medikamenten gehalten und verstärkt zu Generika gegriffen haben. Das Geld, das wir uns dadurch erspart haben, investierten wir quasi sofort wieder in die ärztliche Hilfe. Nur so ist es möglich, Leistungen und Versorgung qualitativ und quantitativ auszubauen und gleichzeitig solide Bilanzzahlen abzuliefern“, so Pazourek.

Gelebte Solidarität seit 1948

Hutter zeigt sich stolz über die Bilanzzahlen. „All diese Tabellen und Zahlen zeigen uns, in welchem Ausmaß wir in der Lage waren, Menschen zu helfen und ihnen im Krankheitsfall Unterstützung zukommen zu lassen. Soziale Krankenversicherung ist für mich gelebte Solidarität“, sagt der Obmann. „Seit 1948 steht die Kasse für Verlässlichkeit und Stabilität. Sie wird als vertrauenswürdiger Big-Player im NÖ Gesundheitswesen geschätzt, der für die Organisation des Gesundheitssystems im niedergelassenen Bereich verantwortlich zeichnet und an der Finanzierung des heimischen Spitalswesens einen wichtigen Anteil leistet.“

91 Mio. € mehr für Versicherte: Leistungsaufwand steigt um vier Prozent, Selbstbehalte sinken um sechs Prozent

Im Bilanzjahr 2018 steigerte die NÖGKK die Investitionen in medizinische, therapeutische und monetäre Leistungen für die Versichertengemeinschaft um 4,1 Prozent auf insgesamt 2,325 Mrd. € und damit das höchste Niveau in ihrer Geschichte. „Wir haben um 91 Mio. € mehr für die Versorgung aufgewendet als 2017“, bilanziert Obmann Hutter, der daran erinnert, dass im Zuge der Leistungsharmonisierung der Gebietskrankenkassen Leistungen in mehreren Bereichen ausgeweitet werden konnten. „Gleichzeitig haben wir erreicht, dass die Selbstbehalte um 5,8 Prozent gesunken sind. Damit ist es uns gelungen, die Versichertengemeinschaft um weitere neun Mio. € zu entlasten. Der Verwaltungs- und Verrechnungsaufwand im Verhältnis zu den Gesamtausgaben betrug lediglich 1,9 Prozent. Dieses Maß an Effizienz muss uns erst einmal jemand nachmachen.“

2018 hatte die NÖGKK 936 188 Versicherte zu betreuen – mit den beitragsfrei Mitversicherten machte die Gemeinschaft der Anspruchsberechtigten 1 228 124 Personen aus (+ 0,56 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Auf jeden Anspruchsberechtigten kamen im Durchschnitt Leistungen im Wert von 1.892,97 €.

Am meisten Geld wurde für Anstaltspflege und medizinische Hauskrankenpflege (627,9 Mio. €), ärztliche Hilfe (617,8 Mio. €) und Medikamente (508 Mio. €) ausgegeben. Die NÖGKK baute ihr ärztliches Versorgungsnetz 2018 auf 1 773 Kassenstellen aus und hatte noch nie in ihrer Geschichte so viele Planstellen zu vergeben wie im letzten Bilanzjahr. 80 neue Ärztinnen und Ärzte konnten innerhalb eines Jahres neu unter Vertrag genommen werden. Auch die Zahl der Gruppenpraxen wuchs noch einmal an: Zum Jahresende gab es bereits 131 Ordinationen mit zwei oder mehreren Vertragsmedizinerinnen und Vertragsmedizinern (und damit um 20 mehr als im Jahr zuvor). Die NÖGKK ist aber auch als Betreiberin von mittlerweile zwölf Zahn- und drei Physikoambulatorien sowie des Klinikums Peterhof selbst wichtige Gesundheitsdiensteanbieterin in Niederösterreich. Erst vor wenigen Wochen hat die NÖGKK in Gänserndorf ein neues Zahnambulatorium in ihrem Service-Center eröffnet.

Pro Tag gab die NÖGKK 1,4 Mio. € für Medikamente aus. Die Patientinnen und Patienten tragen dabei keine finanziellen Risiken. Um das zu illustrieren, wählt Hutter ein Extrembeispiel: „Für einen einzigen Patienten haben wir im Vorjahr 768.313 € für Medikamente aufgewendet.“ Auch die Mengen sind groß: Allein von den drei verordnungsstärksten Arzneimitteln wurden 2018 mehr als 750 000 Packungen verschrieben. Auch was die individuelle Versorgung der Versicherten mit Heilbehelfen und Hilfsmitteln betrifft, organisiert die NÖGKK eine lückenlose landesweite Versorgung. Der Aufwand war enorm. Allein 57 294 Patientinnen und Patienten ließen sich Schuheinlagen anpassen. Die Summe der Ausgaben für Hörgeräte betrug zum Beispiel 18 Mio. €.

Die NÖGKK hilft beim Gesundwerden. Die Krankenkasse unterstützt ihre Versicherten aber auch, wenn es darum geht, die Gesundheit zu erhalten: Traditionell bietet die NÖGKK ein großes Angebot im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention. Neben der Bereitstellung von Infomaterial und unterschiedlichen Beratungsangeboten sowie der Initiierung von Gesundheitsprogrammen in Schulen und Betrieben wurden 2018 insgesamt 429 Gesundheitsveranstaltungen im ganzen Land durchgeführt – um 117 Events mehr als im Jahr zuvor. „Die Gesundheitsversorgung, für die die NÖGKK in Niederösterreich bürgt, ist umfassend“, erklärt Generaldirektor Pazourek abschließend. „Genauso wie unser Service. Die NÖGKK ist ein Dienstleistungsbetrieb und bietet individuelle Betreuung an. Das gilt für alle Kunden, ob Versicherte oder Dienstgeberinnen und Dienstgeber. Dafür stehen unsere fachkundigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 24 Service-Centern in ganz Niederösterreich tagtäglich zur Verfügung.“

Zuletzt aktualisiert am 24. November 2019