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NÖGKK: Bereitschaftsdienst 141 neu geordnet - 2,5 Mio. € der Sozialversicherung für Gesundheitsberatung 1450

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Initiative von Ärztekammer und Kasse erfolgreich angelaufen

Der gesundheitliche Bereitschaftsdienst in Niederösterreich besteht aus einem Wochentagsnachtbereitschaftsdienst und einem Dienst für Wochenenden und Feiertage. Beide sind für die Patientinnen und Patienten unter der Nummer 141 erreichbar. Ergänzend dazu wurde die telefonische Gesundheitsberatung „Wenn’s weh tut! 1450“ etabliert, die sieben Mal 24  Stunden pro Woche für die Bevölkerung zur Verfügung steht. Die Niederösterreichische Gebietskrankenkasse (NÖGKK) informiert über Neuerungen und erste positive Erfahrungen:

Neuregelung des Wochenendbereitschaftsdienstes erfolgreich angelaufen

Die NÖGKK und die NÖ Ärztekammer haben den Wochenendbereitschaftsdienst im Rahmen ihres Gesamtvertrages neu geregelt: Kernpunkt ist, dass für akute Beschwerden an Samstagen, Sonn- und gesetzlichen Feiertagen von 7:00 bis 19:00 Uhr in rund 140 Gesundheitssprengeln in Niederösterreich weiterhin eine Kassenärztin oder ein Kassenarzt in ihrer bzw. seiner Ordination zur Verfügung steht. In der Nacht von 19:00 bis 7:00 Uhr übernehmen Ärztinnen und Ärzte von Notruf NÖ die Dienstbereitschaft. Dafür wurde von der NÖGKK auch ein Vertrag mit der Notruf NÖ GmbH abgeschlossen. Die Kasse wendet für die Wochenendbereitschaft jährlich rund 3,5 Mio. € auf. Ein finanzieller Beitrag des Landes erfolgt nicht.

Ob am Wochenende untertags oder in der Nacht: Die Patientinnen und Patienten kommen über die Nummer 141 automatisch an die richtige Stelle. Das neue System wurde mit 1. April in Betrieb genommen und hat sich in den ersten Monaten bewährt. Nicht nur die Patienten sind zufrieden, sondern auch die Vertragsärzte: Früher war es so, dass nach einem Wochenenddienst, bei dem der Arzt sowohl tagsüber als auch während der Nacht zum Beispiel von Sonntag auf Montag zu mehreren Einsätzen gerufen wurde, es sehr schwierig war, die neue Arbeitswoche ausgeruht zu beginnen. Mit der Neuregelung können sich die Ärzte in der Nacht regenerieren und die Patienten haben die Sicherheit, dass sie sowohl am Wochenende als auch zum Wochenstart einem ausgeruhten Hausarzt gegenübersitzen. Die Neuregelung hat für viele Vertragsärzte eine enorme Erleichterung gebracht und einen positiven Beitrag zu einer ausgewogenen „Work-Life-Balance“ geleistet.

Nachtbereitschaftsdienst unter der Woche funktioniert ausgezeichnet

Der sogenannte Wochentagsnachtbereitschaftsdienst – ebenfalls erreichbar über die Nummer 141 – ist ein Gemeinschaftsprojekt von Sozialversicherung und Land Niederösterreich. Das Land finanziert die Bereitschaftsdienstpauschale und die NÖGKK die Leistungen im Einsatzfall. Im Rahmen dieses Dienstes leistet die Kasse rund 6 600 Visiten und 731 Ordinationen pro Jahr. Die Organisation läuft über die Notruf NÖ GmbH. Der Aufwand der Kasse beträgt pro Jahr etwas über eine halbe Million € - Tendenz steigend. Sowohl die Zufriedenheit der Bevölkerung als auch die Einsatzsicherheit sind konstant hoch.

Neue Gesundheitsberatung 1450: 2,5 Mio. € von der Sozialversicherung

In Niederösterreich wurde am 7. April 2017, wie auch in Wien und Vorarlberg, der Pilotbetrieb für die neue telefonische Gesundheitsberatung 1450 gestartet. Durch das Erstkontakt- und Beratungsservice werden Anrufer zum bestgeeigneten Versorgungsort gelotst. Die telefonische Beratung erfolgt durch medizinisch geschultes, diplomiertes Krankenpflegepersonal, das auf Basis eines österreichweit einheitlichen Abfragesystems die gesundheitsbezogenen Fragen beantwortet und die optimale Versorgungsstufe bzw. den „Best Point of Service“ im Gesundheitssystem empfiehlt.

Die Niederösterreichische Gebietskrankenkasse (NÖGKK) hat gemeinsam mit der Sozialversicherung wesentlich zur Entwicklung dieses neuen Services beigetragen. Während die operative Durchführung in der Verantwortung des Landes liegt, haben die NÖGKK und Experten aus der Sozialversicherung das Gesamtvorhaben koordiniert. Insbesondere wurden die internationale Ausschreibung des Expertensystems, die Schulungsbereitstellung für das medizinische Fachpersonal, sowie die Kosten für den Ankauf des computergestützten medizinisch-wissenschaftlichen Expertensystems durch die österreichische Sozialversicherung übernommen.

Der Pilotbetrieb läuft bis Ende 2018 und umfasst auch eine Evaluierung zur Wirksamkeit dieses neuen Services. Ab 2019 ist der Rollout in weiteren Bundesländern geplant. In das Projekt der telefonischen Gesundheitsberatung 1450 werden von den Projektpartnern für die Pilotphase in Summe rund fünf Millionen € investiert. Von der NÖGKK wird, gemeinsam mit der Sozialversicherung, die Hälfte beigesteuert. Neben den Pilotländern beteiligt sich auch das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (BMGF) an der Finanzierung.

Laut KR Michael Pap, Obmann-Stv. der NÖGKK, ist das neue Service sehr erfolgreich gestartet: „Das wesentliche Ziel der Gesundheitsreform, die Versorgung von Patienten am richtigen Ort, zur richtigen Zeit und in der bestmöglichen Qualität, wird dadurch nachhaltig umgesetzt.“

„Die telefonische Gesundheitsberatung 1450 ist rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr erreichbar. Sie gibt kompetente Auskunft über die Dringlichkeit des Anliegens und eine Empfehlung über die optimale Versorgungsstufe bzw. den Best Point of Service“, so NÖGKK-Generaldirektor Mag. Jan Pazourek zum Nutzen des Systems.

„Die Frequenzen in den niederösterreichischen Spitalsambulanzen sind seit 2010 zum Teil stark rückläufig. Das ist mit ein Erfolg des stark wachsenden und kontinuierlich ausgebauten niedergelassenen Bereichs sowie der gut funktionierenden Bereitschaftsdienste. Mit den aktuellen Neuregelungen und der Etablierung der Gesundheitsberatung 1450 wird sich dieser Trend verstärkt fortsetzen“ so Pazourek abschließend.

Zuletzt aktualisiert am 10. August 2017